Eine musikalische Geschichte für Schauspielerin und (junges) Orchester

Besetzung

Piccolo, 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte

4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba

Pauken, Schlagzeug (3 Sp.)

Streicher

 

Beschreibung

Jojo hat zwei neue Schüler aus dem fernen Ausland in die Schulklasse bekommen. Die beiden sind zurzeit die Attraktion in der Schule und möchten möglichst viel über ihre neue Heimat erfahren. Die Klassenlehrerin schlägt vor, jeder möge etwas mitbringen, das ihr oder ihm wichtig ist und das die beiden Neuen kennen lernen sollten. Und außerdem sollte dieses Mitbringsel charakteristisch für unser Land sein. Für Jojo ist die Sache klar: sie liebt Klassische Musik und will unbedingt ihre Lieblingsstücke präsentieren. Jojo spielt selber Kontrabass und hat sogar schon ein eigenes Thema darauf komponiert. Mithilfe einer Musikmaschine will Jojo ihren „Super-Duper-Jojo-Lieblings-Hit“ zusammenstellen, in dem alles vorkommen soll, was sie mag. Die Idee ist sehr schön. Aber die Umsetzung hat es in sich. Zum einen führt die Maschine bisweilen ein überraschendes Eigenleben, zum anderen ist es verfuchst schwierig, aus verschiedenen Musikzitaten von Schumann bis Mussorgsky und einer eigenen Idee ein einigermaßen verständliches Stück zu komponieren. Zwischendurch telefoniert Jojo einige Male mit ihrem Vater. Mal will er sie zum Essen aus der Werkstatt nach hause holen, mal soll er ihr bei Problemen helfen. Aber Jojos Vater vergrößert die Probleme eher, als er ihr eröffnet, dass zwei ihrer Lieblingskomponisten gar nicht aus Deutschland stammen, also auch nicht repräsentativ für unser Land sein können. Jojo wirft die Frage auf, warum es überhaupt so wichtig ist, woher jemand kommt. Sie geht einfach danach, welche Musik ihr gefällt. Es interessiert sie aber dann doch, welche Musik denn typisch für Deutschland sein soll. Ihr Vater schlägt ihr noch ein weiteres sehr bekanntes Musikzitat vor. Aber das Stück ist sehr getragen und Jojo will es aufpeppen – mit ihrer Musikmaschine. Doch während sie fleißig daran arbeitet, häufen sich plötzlich wieder die technischen Probleme. Und dann erhält Jojo noch eine mysteriöse Nachricht, offensichtlich vom Komponisten des neuen Musikzitates höchstpersönlich!

 

Jojo und die Musikmaschine wird von einer Schauspielerin und einem (jungen) sinfonischen Orchester dargeboten, wobei das Orchester hauptsächlich den Part der Musikmaschine übernimmt. Der Reiz des Werkes besteht in der Vielschichtigkeit der musikalischen Aufgaben: Es gibt eigenständige Sätze, untermalende Musik und  Klangeffekte, die genau platziert werden müssen. Außerdem lernen die jungen Musikerinnen und Musiker Auszüge aus großen sinfonischen Werken kennen, mit denen in einigen Passagen des Stückes recht frei umgegangen wird. Die Darstellerin (Jojo) führt spielerisch durch die Geschichte, wobei das Grundthema „Was ist Heimat/Herkunft und worüber identifizieren wir uns damit?“ einen Bezug zu aktuellen Debatten herstellt. Der erhobene Zeigefinger bleibt dabei aber schön unten, denn schließlich geht es vor allem um die Musik. Und die lebt unter anderem gerade von der Aufweichung und Überschreitung der Grenzen.

Komposition und Arrangement der verwendeten Zitate sind dem Spielniveau des Kinderorchesters NRW (9 – 14 Jahre) angepasst worden.

 

Philipp Matthias Kaufmann: Text, Komposition, Arrangement

Dauer: ca. 45 Min. (GEMA)

Kompositionsauftrag des Landesmusikrats NRW für das Kinderorchesters NRW

 

Aufführungen/Auftritte:

  • 21.05.2017, Kulturzentrum Lindlar
  • 20.05.2017, Stadttheater Lippstadt
  • 14.05.2017, Stadthalle Olpe
  • 13.05.2017, Stadthalle Olpe (öff. GP)
  • 07.05.2017, Konzerthalle Bad Salzuflen (UA)
Grafik: Jakob Philippsen (c) 2017